Der Verein frauenHAFT e.V. unterstützt den Resozialisierungsauftrag an inhaftierten Mädchen und Frauen der JVA Aichach mit einem breiten kunstpädagogischen Angebot, wie z.B. 

  • Kunstgruppen
  • Kreatives Schreiben
  • Musikworkshops
  • Gesangs- und Tanzgruppen
  • Yoga

Wir ermöglichen den Inhaftierten in dieser besonderen Lebenssituation sinnvolle Freizeitaktivitäten zu erlernen, künstlerische Potenziale zu entdecken und dadurch ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Je stabiler diese ihr Leben nach der Inhaftierung meistern können, desto mehr profitieren auch ihre Familien und die Gesellschaft, denn ein Leben hinter Gittern lässt immer ein anderes zurück.

Der Verein frauenHAFT e.V. wurde im Januar 2013 von pädagogischen Mitarbeiterinnen der Justizvollzugsanstalt Aichach gegründet. Mitglieder sind heute hauptamtliche MitarbeiterInnen im Frauenstrafvollzug und interessierte BürgerInnen aus der Region. Den Vorstandsvorsitz haben seit der Vereinsgründung als erste und zweite Vorsitzende Frau Kerstin Weger und Frau Margrit Wucher-Blaszczak inne, beide hauptberuflich Lehrerinnen in der JVA Aichach.

Der Strafvollzug in Deutschland will die Voraussetzung dafür schaffen, dass sich Menschen nach der Haftverbüßung wieder in die Gesellschaft integrieren können. Dieses Ziel des Strafvollzugs setzt voraus, Möglichkeiten und Qualifizierungen zu eröffnen. Dazu wollen wir mit unserer ehrenamtlichen Vereinsarbeit beitragen. Wir eröffnen den Frauen in Haft künstlerische Freizeitaktivitäten, um sich in der konstruktiven Auseinandersetzung mit der Freiheitsstrafe auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten.  

Wir organisieren, finanzieren und begleiten ein regelmäßiges und breites kunstpädagogisches Angebot, insbesondere: 

  • Kunstgruppen (Portraitmalen, Aquarell, Kalligrafie, Skulpturen, etc.)
  • Kreatives Schreiben
  • Musikworkshops (Popmusik, afrikanisches Trommeln)
  • Gesangs- und Tanzgruppen (Volksmusik, Salsa, HipHop)
  • Bewegungstherapien (Yoga, Tanztherapie)

Geleitet werden die Kurse von qualifizierten externen ReferentInnen, vor allem KünstlerInnen und KunsttherapeutInnen. Die Angebote finden bei den inhaftierten Mädchen und Frauen großen Anklang und werden als Unterstützung und Bereicherung des Haftalltags erlebt. 

Mit unserer Arbeit eröffnen wir den Frauen in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit, durch Kunst, Literatur und Musik einen Zugang zu sich selbst und den eigenen, oft verborgenen Potenzialen zu finden und erfüllende Freizeitaktivitäten zu erlernen. Sie gehen über die künstlerische Kreativität neue Wege, mit Leere und Langeweile umzugehen, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln und Bewältigungsstrategien zu generieren. 

Wir unterstützen den gesetzlichen Resozialisierungsauftrag, indem wir die Angebote des modernen, an dem Ziel der Resozialisierung ausgerichteten Strafvollzugs ergänzen.

Wir fördern folgende Ziele für die inhaftierten Mädchen und Frauen:

  • Erleben der eigenen Gestaltungskraft und Schaffen neuer Strukturen
  • Entwicklung von Selbstbewusstsein und Aufbau von Bewältigungsstrategien
  • Konstruktive Auseinandersetzung mit der Situation der Inhaftierung
  • Psychische Stabilisierung und Stressabbau 
  • Gestaltung des Haftalltags und Unterstützung in Krisen
  • Bildung neuer Sozialkontakte und Erleben einer positiven Gruppenzugehörigkeit
  • Erweiterung von sozialen Kompetenzen
  • Erlernen einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und Etablierung einer prosozialen und delinquenzfreien Lebensweise
  • Beitrag zur Verringerung der Rückfallwahrscheinlichkeit nach der Entlassung.

Frauen stellen eine Minderheit im männlich dominierten Strafvollzug dar, nur sechs Prozent sind Frauen. Die Ausgestaltung des Strafvollzugs orientiert sich deshalb maßgeblich an den Erfordernissen des Männervollzugs. Unser Angebot stellt insoweit einen Beitrag zur Frauenförderung dar. 

Neben den Kursangeboten organisieren wir Ausstellungen und Projekte, in denen wir die künstlerischen Werke in der Öffentlichkeit präsentieren. So erhalten die teilnehmenden Frauen wie auch die Gesellschaft außerhalb der Gefängnismauern die Gelegenheit, in einen künstlerischen Kontakt zu treten. 

In den letzten Jahren waren Kunstwerke der inhaftierten Mädchen und Frauen unter anderem in Ausstellungen im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach, im Rathaus Aichach, im Amtsgericht Aichach und in der Sparkassengalerie zu sehen. Bereits mehrmals durften wir den Adventskalender des Aichacher Rathauses gestalten. Ein Projekt unter dem Motto „Lebenslang und Lebenslänge“ mit bildnerischen und schriftstellerischen Arbeiten fand gemeinsam mit dem Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. statt. 

Um das regelmäßige Kursangebot aufrecht erhalten zu können, besteht ein Finanzierungsbedarf von ca. 15.000 Euro pro Jahr für Honorare der externen ReferentInnen und für die Ausgaben an Kunstmaterialien. Dafür sind wir auf die finanzielle Unterstützung durch Spenden, Zuwendungen und Sponsoren angewiesen. 

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir unsere Vereinsarbeit stabil und dauerhaft fortsetzen können. Wir freuen uns über jede monetäre oder auch logistische Unterstützung. 

Oder werden Sie Mitglied bei frauenHAFT e.V. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro jährlich. Sie erhalten regelmäßig Informationen über unsere Projekte.